Tierheim Langenberg
Tierheim Langenberg

Blinde Susi

 

 

Wenn das Herz spricht,

hat der Kopf Sendepause.

 

Ganz ungeplant und mit völlig anderen Gedanken im Kopf, hatten wir spätabends eine Notfahrt mit einem Hund in die Tierklinik Leipzig.

Im Wartezimmer waren wir nicht allein - auch andere Tierhalter warteten mit uns auf die Notversorgung ihrer Vierbeiner.

Ein Paar kam, mit einem Katzenkorb auf dem Arm, in den Wartebereich.

Da alles ringsherum sehr leise war, bekamen wir mit, daß die Ärztin mit dem Anliegen der Leute nicht wirklich einverstanden war. Es ging um die Einschläferung eines Tieres.

Leider neugierig geworden, mischten wir uns in das Gespräch ein, und gezeigt

wurde uns Susi, eine Handvoll Hund, der beide Augäpfel aus den Augenhöhlen hingen. Es war ein wirklich schlimmer Anblick, man möchte sich gar nicht vorstellen, was die Kleine für Schmerzen hatte.

Schnell kamen wir mit den Besitzern überein, daß wir das Tier in unsere Obhut übernehmen dürfen - mit der damit verbundenen Operation natürlich.

Also ließen wir  Susi - so hieß das uns schnell anvertraute Hündchen - in der Tierklinik, da am nächsten Tag die Augenentfernung anstand.

 

   

Am nächsten Tag durften wir Susi nach der erfolgten Operation abholen.

 

Natürlich brauchte sie nach der schweren Operation besonders intensive Pflege und kam in private Obhut bei einer Tierheimmitarbeiterin.

 

Die ersten Tage waren hart - Essens- und Verdauungsprobleme, die Tabletten in den Hund bringen - Susi mußte Schmerzmittel und Antibiotika bekommen.

 

Ausserdem mußten die geschwollenen Nähte gekühlt werden.

 

 

Mit drei Nähten am Kopf schlief Susi ihrer Genesung entgegen -

immer in Obhut. Schon hier begann ihr "Training", als blinder Hund trotzdem gut durchs Leben zu kommen.

Mittlerweile sind die Narben gut verheilt, die Haare wachsen nach und

Susi hat sich in ihrer Pflegestelle schnell und unproblematisch eingelebt.

Sofa- und Bettplätzchen werden gern angenommen, mit den Hunden im Haushalt kommt sie sehr gut zurecht, und nach einer Runde durch die Wohnung drehen weiß sie genau, wo sie laufen kann, ohne sich zu stoßen. Sie weiß, wo der Wassernapf zu finden ist und wo sich die besten Ruheplätze

finden. Das Essen schmeckt, die Verdauung klappt, und die kleine Maus

zieht nach dem Spaziergang gern mal einen durch und schnarcht dabei, daß die Wände wackeln.

Sie ist ein freudvoller, liebevoller und lebensfroher kleiner Hund,

der mit sich und seiner Behinderung wunderbar zurecht kommt und sich

mit Nase und Ohren gut zu orientieren weiß.

Wir sind sehr froh, daß sie eine zweite Chance bekommen hat, und

wünschen uns nun für sie ein Zuhause, in dem sie voll und ganz

Hund sein darf und die nächsten spannenden Lebensjahre in liebevoller

Obhut verbringen darf. 

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